ICH TU WAS FÜR MICH

Das CD-Programm für
aktive Lebensgestaltung

Psychoakustik

von Lutz Berger

In einsamen Höhlen und an Lagerfeuern, von Feuerland bis Afrika, vor hundert, tausend oder 100.000 Jahren - schon immer haben Menschen gesungen, getrommelt und gepfiffen. Musik begleitet uns vom Mutterleib bis ins hohe Alter, schafft Identität und überwindet Grenzen. Auch die zwischen Kopf und Körper, Krankheit und Gesundheit.

Musik Medizin & Musiktherapie
Wer sich mit den psycho-physiologischen Wirkungen von Musik beschäftigt, kommt an MusikMedizin und Musiktherapie nicht vorbei. Beide Disziplinen warten mit einer Fülle von Fakten auf, die durch mathematische, physikalische, physiologische und medizinische Untersuchungen abgesichert sind.

Daß ist mit ein Verdienst von Wissenschaftlern wie Dr. Ralph Spintge, Vorsitzender der International Society of MusicMedicine, ISMM und Anaesthesist im Sportkrankenhaus Hellersen. Er und seine Kollegen haben verschiedene Musikprogramme und ihre Wirkung bei über 100.000 Patienten untersucht. Dabei erwies sich Musik (als begleitende Therapieform) in den folgenden Bereichen als besonders wirksam:

  • Schmerzkontrolle
  • Geburtshilfe
  • Drogen- und Alkoholentgiftung
  • Depressionen
  • Komapatienten
  • Herz-Kreislaufstörungen
  • Beschleunigung postoperativer Heilungsprozesse
  • Migräne
  • Verminderung von Stress
  • Geriatrische Behandlungen und Alzheimer
  • Rehabilitationsmaßnahmen in der Physiotherapie
  • Arbeit mit geistig Zurückgebliebenen
  • Lernbehinderungen
  • Psychologische und psychiatrische Problemfälle

Dr. Ralph Spintge: "Diese therapeutischen Ergebnisse sind zuverlässig wissenschaftlich hinterfragt und überprüft. die therapeutisch nutzbaren Effekte lassen sich allerdings nur dann erzielen, wenn der Einsatz von Musik mit mit situationsspezifischer Methodik und unter Beachtung entsprechender Indikationen, Kontraindikationen und Wirkungsweisen erfolgt." eben präzise Wissenschaft

Wirkungsmechanismen
Wie aber können einfache Phänomene wie Schallwellen solche Wirkungen auf uns haben haben? Ohne weiter auf "Kontrollprobleme neurovegetativer Mechanismen über die interne physiologische Rhythmizitäten" einzugehen: der richtige Rhythmus ist ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis. Denn nicht nur die Musik, auch unser Körper hält sein Gleichgewicht durch ein kompliziertes Geflecht aufeinander abgestimmter Rhythmen aufrecht. Gleichzeitig wiesen Mediziner nach, daß sich viele Krankheiten durch einen Verlust von Rhythmizität auszeichnen.

Physiologen wissen, daß - wenn zwei Rhythmen aufeinandertreffen - der eine nachgibt und der andere die Führung übernimmt: Hängt man zwei Uhren nebeneinander, ticken sie irgendwann im gleichen Takt; sitzen zwei Menschen zusammen, gleichen sich ihre Bewegungen, ihr Atem und ihre Gehirnwellen aneinander an. So führt nicht nur Dr. Ralph Spintge "die klinische Arbeit zu der Annahme, daß der Rhythmus das effektivste musikalische Element darstellen könnte"; und in diesem Sinne wird Musik erfolgreich bei Herz-Kreislaufproblemen, gegen Stress, Schmerzen, Schlafstörungen und andere gesundheitliche Störungen eingesetzt. Alles nur Physik?

Ja und nein, denn auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle. Musik hat magische Momente und ein Ohr, das Zuhören kann, macht sich offen für die gesundheitsfördernden Schwingungen der Musik. Von der Unterhaltung zum Unterhalt, Hans-Helmut Decker-Voigt empfiehlt über „diesen Wort- und Sinnzusammenhang immer dann nachzudenken, wenn von Unterhaltung die Rede ist. Ein großer Teil dieser Unterhaltung ist nichts als (überflüssige) Reizüberflutung, ihr Keim jedoch lebensnotwendiger Unterhalt."

Hans-Helmut Decker-Voigt, Professor für Musiktherapie in Hamburg und Autor zahlreicher Bücher, setzt sich seit Jahren für Musik in der Medizin ein und ist maßgeblich daran beteiligt, daß sich MusikMedizin und Musiktherapie aufeinander zubewegen. Das ist gut so, denn nicht nur MusikMediziner arbeiten mit Patienten, auch Musiktherapeuten sind immer häufiger in Krankenhäusern, Kliniken oder in der eigenen Praxen anzutreffen. Das geschieht hierzulande meist im Rahmen der "aktiven Musiktherapie" und auf der Basis der Psychotherapie, der musikalischen Improvisation und anschließenden Gesprächen. Häufig zusammen mit Bewegung, Malen und anderen künstlerischen Ausdrucksformen.

Eine lange Geschichte …
Physik, Psychologie - vielleicht besitzt auch der Klang selbst "Heilkraft", war doch bereits für Novalis mangelnde Gesundheit in erster Linie ein "musikalisches Problem "und der Biophotonenforscher Dr. Fritz Popp kann „sich Krankheit so vorstellen, daß falsche Schwingungen gespeichert sind. Wir wissen ja bereits, daß biologische Systeme die Eigenschaft haben, elektromagnetische Schwingungen zu speichern, und dabei könnten nun auch falsche Schwingungen auftreten, die hartnäckig im Organismus bleiben und zu Fehlregulation führen".

So gesehen hat Musik in der Medizin nur eine Zukunft - sie kann auch auf eine lange Geschichte zurückblicken: Ägyptische Priester setzten sie zur Heilung ein, assyrische Keilschriften berichten über Klänge gegen böse Geister, chinesische und vedische Schriften reichen über 4.000 Jahre zurück und im antiken Griechenland war der Heilgesang ein wichtiges Element der Medizin.

Höhepunkt der hellenischen Epoche war die Schule des Pythagoras. Nirgends, so ihr Credo, läßt sich der Zusammenhang zwischen Realität und Metaphysik besser erkennen als in der Musik. Die mathematischen Gesetze der Natur, der Musik und der psycho-physiologischen Disposition des Menschen stimmen weitgehend überein und basieren auf ganzzahligen Verhältnissen, dem „Urphänomen der Tonzahlen". Zitat aus einem neophythagoräischen Diskussionsforum im Internet, 2.500 Jahre später: "Die Klangtechnologien der Antike unterscheiden sich ganz erheblich von denen der Gegenwart. Auf Klang basierende Technologien verfügten über außerordentliche sakral-geometrische Qualitäten. Über die Geometrie blickt man allerdings bei den modernen Klangtherapietechniken gerne hinweg. Daher ist die globale Verbreitung von Klang zu Heilzwecken à la Antique den meisten Leuten völlig unbekannt."

Psychoakustik
Nicht ganz, denn jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams entwickelten Klangforscher in den letzten Jahren eine Fülle neuer Techniken und Verfahren. Die Psychoakustik, eine schwer definierbare Disziplin, entwickelt sich rasant entlang der fliessenden Grenze zwischen Professionalität und Dilletantismus und jongliert ekklektizistisch mit Konzepten von Phytagoras bis Planck. Und weil die Abwesenheit eines Beweises kein Beweis für seine Abwesenheit ist, bietet diese Entwicklung zwar Raum für unorthodoxe Ideen, auf der anderen Seite lauert die Gefahr, auf Übertreibungen, halbfertige Entwicklungen und unbewiesene Behauptungen hereinzufallen. Micky Reman über esoterische Klangtherapien:

"Dieses Genre, obwohl alles andere als offiziell, ist schon jetzt reich an reizvollen Beispielen, bei denen auch irgendetwas immer fantastisch funktioniert. Da werden die Wirbel der Wirbelsäule mit den Tönen der Tonleiter korreliert, da werden - in ca. zehn sich wiedersprechenden Versionen - Chakren, Töne und Farben auf einander bezogen oder es werden die Elipsen der Planeten und die Spiralen der DNS vertont und auf Entsprechungen zu den Liedern von Galle, Milz und Leber überprüft. Die zugrundeliegenden Systeme sind ihren Begründern häufig unter visionär- meditativen Umständen erschienen und wurden dann auf beeindruckende bis abschreckende Logarithmentafeln und Welterklärungsmodelle gebannt."

All das halten konservative Wissenschaftler eher für bedenklich und befürchten, bei allzu intensiver Beschäftigung mit diesem Genre den common sense und die Anbindung an die scientific community zu verlieren. Doch der Physiker Frank Oppenheimer hält dagegen: "Wenn man sich eine neue Denkweise zu eigen macht, warum sollte man sie dann nicht auf alles anwenden, was einem in den Sinn kommt? Es macht nicht nur Spaß, sondern bringt einen oft weiter und kann zu neuen, wichtigen Einsichten verhelfen".

Oppenheimers Credo im Ohr, mit Zeit, Geld, einem Internet-Anschluss und CD-Player ausgestattet, lockt ein Streifzug durch die zweite Welt der Töne. Vielleicht haben Sie ja Lust, sich ein eigenes Urteil über die verschiedenen Verfahren zu bilden und sich nicht blenden zu lassen von den vielen Versprechungen, Verführungen und drohenden Fußangeln …

Binaural Beats
Relativ gut dokumentiert ist eine Technik namens HemiSync© (auch als BrainSync, HoloSync©, Binaural Beats usw. bekannt), die auf Arbeiten des deutschen Forschers H. W. Dove im Jahr 1839 zurückgeht. Ihr kommerzieller Wegbereiter war Robert Monroe, der in den 60ern anfing, sich mit der Wirkung von Frequenzen auf das Bewußtsein zu beschäftigen. Die zugrundeliegende Technik läßt sich inzwischen auf jedem PC realisieren, dennoch funktionieren Binaural Beats längst nicht so simpel, wie es manche (Produzenten) gerne hätten.

Erst in Kombination mit Rauschen oder Meereswellen entfalten sie ihre volle Wirkung, darüberhinaus spielen Lautstärkeverhältnisse, die Frequenzen, ihr Verlauf über die Zeit, harmonikale Proportionen und andere Parameter eine Rolle. Studien unterstreichen ihre Wirksamkeit bei Schlafstörungen, Lernschwierigkeiten - und zum Einstimmen auf bestimmte Bewußtseinszustände. All das weckt eine Menge Begehrlichkeiten, insbesondere beim Militär, das seit Jahren mit Klängen experimentiert und enge Kontakte - nicht nur - mit dem Monroe Institut unterhält.

Sonic Bloom
Dabei wirkt Musik nicht nur auf Menschen; sie regt auch das Pflanzenwachstum an, Hühner legen mehr Eier, Kühe geben mehr Milch und selbst Bakterien wachsen bei bestimmten Klängen besser - und sterben bei anderen ab! Das macht sich Sonic Bloom zunutze, eine Mischung aus Musik, ausgwwählten Frequenzen und Pflanzendünger, die auf den Amerikaner Don Carlson zurückgeht.

Er stieß im Koreakrieg auf das Buch "Guide to Bird Songs" von Aretas Saunders, der in den Dreissigern Vogelstimmen mit den ersten audio-spektralanalytischen Meßgeräten analysierte und auf interessante Regelmässigkeiten stieß. Vögel scheinen instinktiv Töne zu trällern, die Carlson als Wachstumsfrequenzen für Pflanzen ausmachte (im Bereich von 5.000 Hz, ein Frequenzfenster, das sich auch bei Zirkaden und Delphinen öffnet). Also beschallte Don Carlson Felder mit indischen Ragas, Plantagen mit den Jahreszeiten von Vivaldi und wehrlose Gemüsebeete mit ausgesuchter Barockmusik.

Mit bemerkenswertem Erfolg: Unter der wissenschaftlichen Leitung der Universität von Ottawa, steigerten Bachs Violinsonaten die Getreideernte um 66 Prozent und das E-Dur Konzert für Violine Solo ließ die Weizenerträge explodieren. Inzwischen tauschen Heerscharen von Hobbygärtnern im Internet regelmässig Fotos von Killertomaten und Riesenkürbissen aus und ihre Erträge stürmten bereits das Guiness Buch der Rekorde.

Quanten-Vibrationen
Ähnliches reklamiert auch der Patentantrag des Physikers Joel Sternberger. Pflanzen sollen schneller wachsen, wenn man sie mit melodiösen Quanten-Vibrationen beschallt, die bei der Zusammensetzung eines Proteins aus einzelnen Aminosäuren, übertragen in hörbare Schwingungen, entstehen. Joel Sternberger: „Jeder Ton ist ein Vielfaches der Original-Frequenzen, die beim Einbau der Aminosäuren in die Proteinketten entstehen und die Länge des Tons entspricht der Dauer dieses Vorgangs“. Hören Pflanzen diese Melodien, produzieren sie angeblich mehr von dem entspechenden Protein. Bei einer musikalischen Düngung von nur drei Minuten täglich wuchsen Tomaten zweieinhalb schneller und sollen süßer schmecken. Außerdem sollen Pflanzenkrankheiten verhindert werden, indem Virus-Enzyme musikalisch angegangen und ausgeschaltet werden. Werden Frequenzen in Zukunft eingesetzt wie Medikamente?

Music-Chrystal-Frequence-Analyses
Relativ neu sind die Forschungen von Dr. Elmar Langenscheidt, der mit Infrarotmesungen und Elektronenmikroskop den "spezifischen Schwingungscode verschiedener Substanzen ermittelte, um sie in hörbare Schwingungen zu übertragen". Langenscheidt ließ sich seine Methode als "Music-Chrystal-Frequence-Analyses" patentrechtlich schützen und der Musiker Michael Reimann wird im Frühjahr 2000 eine CD mit den Schwingungen von Sauerstoff, Vitamin C, Silber, Giold und Chlorophyll veröffentlichen.

Ähnliche Ansätze verfolgt auch "Sound Energy Research" und eine Gruppe amerikanischer Forscher, die Versuchspersonen die hörbar gemachten Molekularfrequenzen verschiedener Drogen vorspielten. Zusätzlich wurden dreidimensionale Aufnahmen der entsprechenden Moleküle an die Wand projeziert - und angeblich zeigten die Testpersonen umgehend die entsprechenden physiologischen Reaktionen (was Untersuchungen eines privaten deutschen Instituts - in einem anderen Kontext - bestätigten). Andere Forscher reklamieren, aus einer individueller EEG-Messung Klänge ableiten zu können, die - über CD gehört - die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter stimulieren oder blockieren kann - bisher das Monopol der Pharmaindustrie.

Derart brisante Entwicklungen bleibten natürlich nicht ohne Folgen: Während der internationale Informationsaustausch bis vor kurzem relativ problemlos war, schotten sich die führenden Köpfe zunehmend ab. Teils aus Angst, teils aus kommerziellen Motiven und ethischen Überlegungen! Denn die Gerüchte stimulieren das Interesse der Wirtschaft, der Werbung und der Hollywood-Tycoons. Zu verführerisch der Gedanke an den ultimativen Werbespot, hypnotische Soundtrack und die Möglichkeiten der unhörbaren Verführung.

Im Westen nichts Neues, denn - so Michael Hutchison, Autor von Megabrain und Megabrain Power (Junfermann Verlag) - trainieren amerikanische Elitesoldaten schon seit längerem mit Musik. Weniger mit Mozart, Bach und Beethoven, sondern mit einem speziell designten Frequenzgemisch, das auf typische EEG-Muster von besonders leistungsfähigen und reaktionsschnellen Soldaten basiert. Ihre Daten werden analysiert, psychoakustisch aufbereitet und auf CD gebrannt, evozieren sie beim Hörer ähnliche Hirnstrombilder wie die der Top Guns -mit entsprechender Optimierung der Performance. Zukunftsmusik?

Neuro-Feedback
Einen wichtigen Anteil an dieser Entwicklung haben bildgebende Verfahren (PET, SPECT, MEG, SQUID usw.) aus der Neurologie. Allerdings sind solche Geräte ziemlich teuer, weswegen sich die privaten Klangforscher auf den Umgang mit preiswerten Neurofeedback-Geräten spezialisiert haben (deren Rechenleistung bis vor wenigen Jahren ebenfalls nur Kliniken und Instituten zur Verfügung stand). Die nötige Technik kostet zwischen 5.000 und 15.000 DM und die Ergebnisse entwickeln sich zu einer Fundgrube für neue Einsichten in und über das Gehirn.

Denn während sich Medizin (und Psychologie) eher auf Krankheitsbilder und Störungen konzentrieren, beschäftigen sich Neurofeedback-Forscher lieber mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und mentalen Spitzenleistungen. Man untersuchte Sportler, Jogis und Heiler, Menschen mit Psi-Kräften und Gedächtniskünstler, verglich die Daten und suchte nach Gemeinsamkeiten, bzw. Abweichungen. Das Wissen über Wirkung und Anwendung bestimmter Frequenzen ist zwar noch diffus, doch auch hier schlägt sich das Interesse der Industrie deutlich nieder: Beim diesjährigen Kongress für Neurofeedback in Palm Springs hielten sich mehrere Referenten - aufgrund der Anweisung ihrer Anwälte - mit präzisen Angaben zurück und verwiesen auf laufende Verhandlungen.

Dahinter steht (vor allem in den USA) die Spekulation über gesellschaftliche Entwicklungen, die nicht nur Forscher anzieht, sondern auch Heerscharen von Anwälten und Investoren.

Kondratieff-Zyklus Gesundheit
Wohin wird sich die Wirtschaft in den postinformellen Jahren entwickeln? In Richtung individuelle, kollektive und planetare Gesundheit, so der Kölner Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Informationstechnologie, Leo Nefiodow. Er beruft sich dabei auf die Kondratieff-Zyklen, soziochronologische Wellen von mehreren Jahrzehnten Dauer, die der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratieff postulierte. Der nächste Zyklus, so Leo Nefiodow und Kollegen, gehört den Megabranchen Bildung und Gesundheit. Innovationen aus der Medizin- und Gentechnik, funktionale Ernährung, Krankendienste und neue Psychotechniken sollen für einen ungewohnten Aufschwung von Körper, Geist und Seele sorgen, für eine "weitgehende Reorganisierung der Gesellschaft" – und für volle Kassen.

In diesen Kontext paßt das Engagement des legendären Finanztycoons Michael Milken, der in den Achtzigern mit Junk-Bonds eine völlig neue Finanzbranche entwickelte und allein 1987 damit mehr als 500 Millionen Dollar verdiente. Michael Milken setzt inzwischen voll auf Kondratieff und ist überzeugt, daß "die zwei wichtigsten Aufgaben im 21. Jahrhundert in der medizinischen Forschung und der Bildung liegen". Zusammen mit Oracle-Gründer und Multimilliardär Larry Ellison investierte er in den letzten drei Jahren mehr als 500 Millionen Dollar in das gemeinsame Unternehmen "Knowledge Universe".

Zukunftsmusik
In einem solchen Szenario könnten sich Psychoakustiker, Klangschamanen und DJ-Doktoren im Schnittfeld zwischen Genesungsoper und vibrationaler Medizin ansiedeln und sich als Dramaturgen der Gruppenresonanz bewähren. All das ist noch Zukunftsmusik, andererseits, um nochmal Micky Remann zu zitieren:

"Europa mag darüber jammern oder jubeln: Tatsache ist, daß ein west-östliches Innovationsgefälle existiert und daß Neuerungen aus Psychologie, Technologie und Heilkunst hier erst dann beachtet werden, nachdem sie in den USA, bevorzugt an der Pazifik-zugewandten Seite, ihre Embryonalphase bereits durchlaufen haben. Dort ist es beinahe selbstverständlich, daß Heilung und Kunst schon wiedervereinigt, Forschung und Hedonismus einander nicht mehr fremd sind, und daß Therapie ein Konzertereignis sein kann, bei dem Musik und Körper nichts anderes zu tun haben, als sich an ihren gutgestimmten Klängen zu erfreuen."

Und wo bitte steht, daß Medizin möglichst kompliziert, ungenüßlich, lieblos, ineffektiv, teuer, einfarbig und unmusikalisch daherkommen muß? In diesem Sinne: Ohren auf!

Psychoakustik von Lutz Berger
erschien 1998/99 in MultiMind und ManagerSeminare


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