ICH TU WAS FÜR MICH

Das CD-Programm für
aktive Lebensgestaltung

Binaural Beats und Hemi-Sync®

von Lutz Berger

Bonustrack (download hier)

Eines der bekanntesten psychoakustischen Verfahren, das in immer wieder unterschiedlichen Variationen aufgegriffen wird und auf die Arbeit des deutschen Forschers H. W. Dove im Jahr 1839 zurückgeht: Binaural Beats (bekannter als "HemiSync", "Brain-Sync" etc). Der kommerzieller Wegbereiter dieser Klangtechnologie war Robert Monroe, Ingenikeur, Journalist und Besitzer einer Reihe von Radiosendern und TV-Gesellschaften im Südosten der USA. Michael Hutchison, Autor von Megabrain & Megabrain Power (Junfermann Verlag, Paderborn) über Robert Monroe und seine Entdeckung der Binaural Beats:

"Dieses Phänomen mag für Nicht-Musiker von nur geringem Interesses sein, nicht jedoch für die Arbeit eines der großen Entdecker und Kartographen innerer Räume - Robert Monroe. Monroe wurde erstmals in den 60er Jahren durch sein Buch "Der Mann mit den zwei Leben - Reisen außerhalb des Körpers" (Ansata-Verlag, Interlaken 1981) einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Darin beschreibt er eine Reihe von außergewöhnlichen Erfahrungen, die er im Schlaf machte, genauer gesagt, während sein physischer Körper schlief. Monroe war daran interessiert, diese außerkörperlichen Erfahrungen kontrolliert einzuleiten und erinnerte sich, daß dies Phänomen mit bestimmten Vibrationen im Körper einherging - so begann er, ähnliche Effekte musikalisch zu erzeugen.

Robert Monroe
Monroe fand heraus, daß die Wissenschaft - obwohl sie seit Jahren diese Phänomene kannte - sie nicht weiter untersucht hatte. Er holte dies nach und entdeckte, daß zwei Töne, die stereophon rechts und links getrennt in beide Ohren eingespielt wurden, etwas produzierten, was er eine "binaurale Schwingung" nannte. Werden zwei unterschiedliche Töne über Kopfhörer in das Ohr eingespielt (beispielsweise 200 HZ in das eine und 204 Hz in das andere), "konstruieren" die beiden Gehirnhälften einen dritten, einen Phantom-Ton: Die binauralare Schwingung, die Differenz zwischen den beiden Tönen. Diese Frequenz ist kein "echter" Ton, sondern ein elektrisches Signal, das nur dann erzeugt wird, wenn beiden Gehirnhälften synchron zusammenarbeiten.

Monroe fand zu seinem Erstaunen heraus, daß, wenn exakt kontrollierte Töne im Gehirn kombiniert werden, ein Teil unseres Gehirns - der Nucleus olivaris - beginnt, sich an diese binauralare Schwingung anzukoppeln. Dieses Phänomen nennt man Frequenz-Folge-Reaktion (FFR). Als Monroe seine Untersuchungen intensivierte, fand er heraus, daß bestimmte Frequenzen einen einzigartigen, kohärenten Zustand des Gehirns auslösen können, die "Hemisphären-Synchronisation". Soweit Michael Hutchison.

Theorie & Praxis
Inzwischen kann dieser psychoakustische Effekt auf langjährige Praxis und eine solide Forschung zurückblicken, es gibt es zahlreiche Studien (siehe am Ende dieses Artikels), die die Effektivität hinsichtlich einer Vielzahl von Anwendungen untersuchten und ihre Wirksamkeit unterstreichen.

Allerdings - während einige Produktionen durchaus wirksam sind, sind andere schlicht ein Flop. Viele Hersteller machen es sich allzu leicht und glauben, daß sie die Gehirnwellen beeinflussen können, indem sie einfach binauralare Schwingungen über die Ohren ins Gehirn senden. Aber wie EEG-Forscher, wie z.B. F. Holmes Atwater, bemerkten, "beruht dieses Konzept des klassisch-evo.zierenden Potentials von Anfang an auf einem Mißverständnis". Die binauralare Schwingungen funktionieren leider nicht so simpel. Noch einmal Michael Hutchison:

"Die EEG-Forschung zeigt, daß binauralare Schwingungen nicht direkt die Gehirnwellen-Aktivität verändern; vielmehr werden sie in den tieferen auditiven Zentren "gehört" - im Nucleus olivaris beider Hemisphären, tief im Inneren des Gehirns. Dort können direkt Oszillationen als Reaktion auf binauralare Schwingungen gemessen werden. Um den gewünschten Bewußtseins-veränderten Effekt in der Großhirnrinde zu erzeugen, müssen die Schwingungen in einer hoch.spezifischen Mischung kombiniert werden, die Atwater den "audio-enzephalographischen Inter..ferometer-Effekt" nennt. Als Essenz: Die Ozillation der binaurikularen Schwingung muß via den Nulceus olivaris mit existierenden Gehirnwellen-Mustern gemischt werden, damit "Interferenz-Muster" oder Wellenkombi.nationen erzeugt werden können, die dann Muster einer höheren Ordnung produzieren. Erst dadurch entstehen die erweiterten Bewußtseins-Zustände."

Robert Monroe war von seinen Forschungen so fasziniert, daß er seinen alten Job an den Nagel hängte und sein eigenes Institut gründete: Das Monroe Institute. Dort forschte er systematisch weiter, untersuchte Binaural Beats mit EEGs und anderen pschophysiologischen Methoden, Befindlichkeitsmessungen und anderen Instrumenten. Er fand wirksame Frequenzkombinationen, produzierte Dutzende von Kassetten, arbeitete eng mit dem Militär zusammen (Stichwort Remote Viewing-Programm) - und überall erwies sich HemiSync als wirkungsvoller Weg, das Bewußtsein akustisch zu verändern.

Was ist der Unterschied zwischen Binaural Beats und Hemi-Sync®?
Oft werde ich gefragt, was der Unterschied zwischen Binaural Beats und Hemi-Sync® (stellvertretend für Hemisphären Synchronisation) ist. Nun, die akustischen Grundlagen sind die gleichen, alle Hersteller verwenden dieselbe Technik - allerdings ließ sich Monroe den von ihm entwickelten und inzwischen äußerst populären Begriff Hemi-Sync® als Warenzeichen schützen.

Darüberhinaus ist die praktische und theoretische Forschung an seinem Institut so ziemlich einzigartig und die von ihm produzierten Tonträger gehören mit zu den besten. Andererseits liefert insbesondere die Neurofeedback-Forschung inzwischen einiges an Know How über die Stimulation von Gehirnwellen, daß auch anderen Herstellern offensteht und von einigen genutzt wird.

So zählen die Binaural Beat CDs von Michael Hutchison (erhältlich bei Tools For Exploration, USA, und bei der Bornhorst Gmbh, Schriesheim) ebenfalls zu den seriösen Produktionen, die auf seriösen Forschungen beruhen und äusserst effektiv sind - nicht zuletzt dank einiger innovativer tontechnischer Verfahren.

Bezugsadressen & weiterführende Links
Hemi-Sync® Kasetten und CDs gibt es in Deutschland unter anderem bei Earthpulse, München. Weiterführende Links zu Earthpulse und dem Monroe Institute finden Sie in unserer Linksammlung unter dem Stichwort Musik.

Literaturempfehlungen

"Megabrain Power" von Michael Hutchison
"Musik, Magie und Medizin", herausgegeben von Lutz Berger
beide im Junfermann Verlag erschienen.

Studien über Binaural Beats & Hemi-Sync:

< EEG and Subjective Correlates of Alpha-Frequency Binaural-Beat Stimulation Combined with Alpha Biofeedback by Dale S. Foster, Memphis State University, May 1990

Picton, T. W., Woods, D. L., & Proulx, G. B. (1978). Human auditory sustained potentials. I. The nature of the response. Electroencephalography and Clinical Neurophysiology, 45, 186-197

Yamada, O., Yamane, H., & Kodera, K. (1977). Simultaneous recordings of the brain stem response and the frequency-following response to low-frequency tone. Electroencephalography and Clinical Neurophysiology, 43, 362-370.

Atwater, F. H. (1988). The Monroe Institute's Hemi- Sync process: A theoretical perspective. Faber, VA: Monroe Institute

Inducing Altered States of Consciousness with Binaural Beat Technology F. HOLMES ATWATER, Proceedings of the Eighth International Symposium on New Science, pp. 11-15´, © 1997 by The International Association for New Science

Hink, R. F., Kodera, K., Yamada, O., Kaga, K., & Suzuki, J. (1980). Binaural interaction of a beating frequency following response. Audiology, 19, pp. 36-43.

Kennerly, R. C. (1994). An empirical investigation into the effect of beta frequency binaural beat audio signals on four measures of human memory. (Department of Psychology, West Georgia College, Carrolton, Georgia).

F. HOLMES ATWATER, Monroe, R. (1982). The Hemi-Sync process. Monroe Institute Bulletin, #PR31380H. Nellysford, VA.

Monroe, R. (1985). The Hemi-Sync synthesizer. Breakthrough. Faber, VA: Monroe Institute.

Rhodes, L. (1993). Use of the Hemi-Sync super sleep tape with a preschool-aged child. Hemi-Sync Journal , XI(4), pp. iv-v.

Waldkoetter, R. O. & Sanders, G. O. (1997). Auditory brain wave stimulation in treating alcoholic depression. Perceptual and Motor Skills, 84, p. 226.

Wilson, E. S. (1990). Preliminary study of the Hemi-Sync sleep processor. Colorado Association for Psychophysiologic Research.

Research Papers aus dem Monroe Institut:

Hemispheric-Synchronization During Anaesthesia: A Double Blind Randomized Trial Using Audiotapes for Intra-Operative Nociception Control by P. Kliempt, D. Ruta, S. Ogston, A. Landeck, and K. Martay Summary from Anaesthesia, Vol. 54, No. 8, pp. 769-773, 1999 © 1999 Blackwell Science Ltd.

Binaural Auditory Beats Affect Vigilance Performance and Mood by James D. Lane, Stefan J. Kasian, Justine E. Owens, and Gail R. Marsh Abstract from Physiology & Behavior, Vol. 63, No. 2, pp. 249-252, 1998 © 1998 Elsevier Science Inc.

Accessing Anomalous States of Consciousness with a Binaural Beat Technology by F. Holmes Atwater, Abstract from the Journal of Scientific Exploration © 1997 by the Society for Scientific Exploration

Inducing States of Consciousness with a Binaural Beat Technology by F. Holmes Atwater Abstract from the Proceedings of the Eighth International Symposium on New Science © 1997 the International Association for New Science

Auditory Brain Wave Stimulation in Treating Alcoholic Depression by Gilbert O. Sanders, Ed.D. and Raymond O. Waldkoetter, Ed.D. Independent research; edited version of original manuscript published in 1997 by the journal Perceptual and Motor Skills Music and Hemi-Sync® in the Treatment of Children with Developmental Disabilities by Suzanne Evans Morris, Ph.D.

Independent research; edited version of original manuscript published in 1996 in the journal Open Ear The Hemi-Sync® Process by F. Holmes Atwater Research from The Monroe Institute

The Facilitation of Attention Utilizing Therapeutic Sounds by George Guilfoyle, Ph.D., and Dominic Carbone, Ph.D. Independent research presented at the New York State Association of Day Service Providers Symposium, October 18, 1996, Albany, New York

Peak and Other Exceptional Experiences During the Gateway Voyage by Todd J. Masluk, MA, EdM Independent research conducted at the Institute of Transpersonal Psychology, Palo Alto, California; edited version

EEG and Subjective Correlates of Alpha-Frequency Binaural-Beat Stimulation Combined with Alpha Biofeedback by Dale S. Foster, Ph.D. Independent research conducted at Memphis State University, Memphis, Tennessee

Enhancing Learning Environments (Research) by James Akenhead Independent research by the Superintendent of Schools, Marlington School District, Alliance, Ohio

Hemi-Sync® Into Creativity by Chok C. Hiew, Ph.D. Independent research conducted at the University of New Brunswick

An Empirical Investigation Into the Effect of Beta Frequency Binaural Beat Audio Signals on Four Measures of Human Memory by Richard Cauley Kennerly Independent research conducted at West Georgia College, Carrolton, Georgia

The Hemi-Sync® Phenomenon: In Search of Empirical Theories by M. R. Sadigh, Ph.D. Independent research conducted by The Gateway Institute, Bethlehem, Pennsylvania

The Effects of Hemi-Sync® on Electrocortical Activity: A Review of Three Empirical Studies by M. R. Sadigh, Ph.D. Independent research conducted by The Gateway Institute, Bethlehem, Pennsylvania

Binaural-Beat Induced Theta EEG Activity and Hypnotic Susceptibility by D. Brian Brady Independent research conducted at Northern Arizona University, Flagstaff, Arizona


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