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Gehirngesundheit

von Johannes Holler

Johannes Holler, Arzt und Autor von "Das Neue Gehirn" und zahlreichen anderen Büchern über das rätselhafte Drei-Pfund-Universum bescgäftigt sich seit langem mit der gehirngerechten Ernährung. Hier einige Ausschnitte aus dem "Grossen Buch der Gehirngesundheit"

Hippokrates, der im Westen als der Vater der Medizin bekannt ist, sagte einst: "eine Krankheit muß auf naürliche Weise durch die eigenen Kräfte des Menschen geheilt werden - die Ärzte helfen nur dabei". Der chinesische Arzt Shin-Huang-Ti, der die Grundlagen der chinesischen Medizin vor tausenden von Jahren schuf, bestÄtigte was auch schon Hippokrates sagte:" es ist die Ernährung, die wahre Gesundheit erhÄlt und die beste Medizin ist".

Bis in die heutige Zeit ist die Ernährung und zahlreiche Informationen Über Diäten, Abnehmen und Essenslust das große Interesse vieler Menschen und der Medien geblieben. Das mag auch daran liegen, daß wir mit der alltäglichen Nahrungsauswahl auch immer ein Stück unser Denken und unsere Stimmung verÄndern. Denn mittlerweile steht fest: der Spaß am Essen und die kleinen Sünden sind oft notwendiger Bestandteil des Alltags - eine Psychohygiene sozusagen - und für unsere Gesundheit oft wichtiger als eine fragwürdige Diät einzuhalten. All dies verdeutlicht eine bislang als medizinisches Paradox angesehene Beobachtung, warum manche Menschen gesünder bleiben, obwohl sie alle Regeln der "gesunden Ernährung" verletzen und sich beim Essen mehr auf Gefühl und Intuition als auf's Kalorienzählen verlassen. Denn auch die Psyche will ernährt sein - in diesem Zusammenhang läßt uns der französische Feinschmecker Brillat-Savarin wissen, daß "die Entdeckung eines neuen Gerichts für das Glück des Menschen wichtiger ist als die Entdeckung eines neuen Sterns".

Die enge Verbindung zwischen Ernährung und Stimmung ist mittler- weile auch Thema mancher wissenschaftlicher Abhandlung geworden. Dabei wurde auch entdeckt, daß es Nahrung gibt, die den Gehirn- stoffwechsel fördert und damit Intelligenz und Gedächtnisleistung steigert.

Doch noch vor kurzem erschien es Wissenschaftlern unsinnig, daß das Essen dafür verantwortlich gemacht werden könnte, ob jemand klug oder dumm erscheint und daß es Nahrung gibt, die uns wacher und bewußter macht. Nun bestätigt die Wissenschaft jedoch, daß die biologischen Auswirkungen eines Mangels an wertvollen Mineralien, hochwertigem Eiweiß, Mehrfachzuckern und Meeres-Fett- säuren, nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Leistung und psychische Belastbarkeit beeinträchtigt. So verur- sachen beispielsweise nach Meinung des amerikanischen Neuro- wissenschaftlers Dr. Vernon Mark folgende Einflüsse einen weit- verbreiteten Gedächtnisverlust:

1.) Der Mangel an gehirnwirksamen Aminosäuren wie L-Tyrosin und L-Phenylalanin. Ohne diese Bausteine in entsprechender Menge und zur richtigen Zeit zugeführt, kann es zu Depresssionen, Schmerzen und verlangsamtem Denken kommen.

2.) Das Absinken des Blutzuckers, wodurch die Gedächtnisleistung, Konzentration und Stimmung beeinträchtigt ist. Eine effektive Behandlung ist möglich durch den "Hirnbrennstoff", die Glutamin- sÄure und durch so ökonomische Zuckerverwerter wie Ginseng und die Schisandrabeere.

3.) Sauerstoffmangel im Gehirn, der zu verschiedenen Fehlfunk- tionen des Gehirns und damit zu einem schlechten Gedächtnis führt. Eine effektive Behandlung des Sauerstoffmangels bezieht Schlüsselelemente wie Germanium und Ginkgo mit ein. Förderlich für die Sauerstoffversorgung sind die Farbstoffe der Aronia (= Apfelbeere von der Eberesche) und der Johannisbeere sowie das Chlorophyll grüner Blätter.

4.) Ein unausgewogener Flüssigkeitshaushalt, bei dem ein zuwenig an Wasser die Mineralien und Spurenelemente behindern kann. Eine nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann entwässern und die Geistesfunktionen verlangsamen. Praktisch umgesetzt heißt das: um nicht sauer zu reagieren täglich hochwertiges Wasser wie beispielsweise Apollinaris und Heppinger trinken und ausgewogene Mineralsupplemente wie Basica hinzufügen.

5.) Der Vitamin-B-Komplex, der unzureichend ist. Hier sollen die gehirnwirksamen Getreide wie Hafer, Hirse, Dinkel und Buchweizen, sowie Mandeln und Sonnenblumenkerne beachtet werden, die vor allem wenn sie gekeimt sind, eine "Gehirnernährung par excellence" darstellen.

6.) Fische und Fischöle, die Reparaturcharakter für das Nerven- system besitzen. DHA und EPA so heißen diese Fischöle, die natürlicherweise in der Muttermilch und Samenflüssigkeit vor- kommen. Sie machen Kinder, die gestillt wurden wacher und auf- merksamer; die Japaner wissen dies und geben es ihren Kindern in den Brei. Für uns, der wir nicht ausreichend Fisch essen, ist dies eine Mangelsituation, die sich vor allem in einem Streß- zustand und neuronaler Insuffizienz darstellt. DHA in ausreich- ender Menge (100 bis 800mg) eingenommen, kann sogar Ältere Menschen geistig verbessern. Für ein gut geöltes Gehirn stehen zur Verfügung - Kapseln im Reformhaus und neuerdings DHA-haltige Fitnessdrinks.

Eine optimale Gehirngesundheit baut auch auf Lezithin und natür- lichem Vitamin C, das unter Stress erst in ausreichender Menge eine optimale Gehirngesundheit gewährleistet. öber die adapto- genen Wirkstoffe, wie sie in Japan, den USA und auch in China und Russland schon lange genutzt werden, kommt es zur echten Präven- tion, weil sie Körper- und Geistfunktion gleichermaßen stärken. In Deutschlang sind lediglich Koffein amphetaminhaltige Pharmaka und Traubenzucker allenfalls MultivitaminprÄparate zur öber- windung von Stress und Antriebsschwäche bekannt.

Doch das Gehirn ist nicht nur Stoffwechselorgan sondern auch "Ressonanzkörper", (ressonare = zurÜcktönen) das auf Licht und Farben, Gerüche und Musik und natürlich auf Ideen, Vorstellungen und Bilder "reagiert", besser gesagt resoniert.

So sind die Botenstoffe des Gehirns zwar durch die Ernährung aber auch durch gehingerechte Musikfrequenzen und Brain-Gym-öbungen, wie Wandern und aerober Sport ein verbessertes Gedächtnis verursacht, gezielt zu beeinflußen. Diese Faktoren prÄgen in ihrer Gesammtheit ein reicheres neuronales Netz, es kommt zur verbesserten Nutzung unterschiedlicher Anteile des Gehirns, die beiden Gehirnhälften arbeiten besser zusammen und es werden vermehrt Transmittersubstanzen ausgeschüttet - ein echter Synergie-Effekt entsteht.

Das optimierte Gehirn
Durch die von der Wissenschaft erkannte Plastizität des Gehirns ist davon auszugehen, daß wir ein "optimiertes Gehirn", ganz wie einen trainierten Muskel entwickeln können. Dies ist in der Tat eine revolutionäre Idee mit einer ebenso großen Konsequenz. So ist ein optimiertes Gehirn, eines mit mehr VerarbeitungskapazitÄt in beiden Hirnhälften. Es verfügt Über mehr Flexibilität, vermag sich mehr zu verÄndern, indem es Über ein dichteres neuronale Netz verfügt und dieses wiederum ständig Ändert, um offen für Neues zu bleiben. Der Blutfluß zum Gehirn ist dabei erhöht, und wenn genügend adäquate Wirkstoffe zur Verfügung stehen kann dies ein bleibender Trainings-Effekt. So ist ein optimiertes Gehirn in erster Linie eine biologische Tatsache - aus Ernährung und Bewegung - und sie wird uns als eine solche umso bewußter, umso gezielter wir unser Gehirn dahingehend als Ganzes nutzen.

Kreative sind nach Hochphasen häufig depressiv und Entscheidungs- träger klagen oftmals Über Erschöpfung. Um dies richtig zu verstehen, muß man sich die Vorzüge vor Augen halten, Über die ein kreativ Denkender verfügt: nämlich über ein reicheres und dichteres neurales Netz, mit einer größeren gegenseitigen Beein- flußung der Neuronen und somit über ein größeres Potential an geistigen Zuständen. Er verfügt also über eine breitere Skala von Einfällen, mehr Intuitionen und reicheren Empfindungen. Ilya Prigogine legte dar, daß kreativ Denkende aber auch psychisch weniger stabil sind als andere Menschen. Dies kommt, so vermute ich, durch die unzureichende Versorgung ihres Nervensystems mit in Stressituationen vermehrt notwendigen Wirkstoffen. Und weil ein optimiertes Gehirn mehr Nährstoffe verbraucht und mehr Wirkstoffe zur Feinabstimmung und Stabilisierung benötigt, sollten ein gehirngerechtes Körpertraining und eine optimale Ernährung des Gehirns zusammen korrespondieren.

Wenn ich von der entsprechenden Nutzung oder Optimierung des Gehirns spreche, so meine ich allerdings nicht, daß es nur darum geht eine enorme Menge an Informationen im Kopf zu speichern, sondern vor allem um die Fähigkeit geistig und emotional beweg- lich zu bleiben. Der Psychologe Daniel Goleman definiert die Intelligenz, die es anzustreben gilt die "kristallisierte Intelligenz", die darin besteht sich im Laufe eines Lebens möglichst viele unterschiedliche Facetten des Denkens bewußt zu machen, um Informationen in einem ganzheitlichen Sinnzusammenhang zu erkennen.

Cofaktoren
Gerade in einer Zeit der komprimierten Datenverarbeitung und Hinwendung zu kreativen Lösungen ist eine optimale Gehirn- gesundheit wichtig. Hier greifen die Adaptogene wie Ginseng an und so alte Pflanzen wie Ginkgo, Schachtelhalm und silizium- haltiges Getreide. Man kann diese Wirksubstanzen als Tonika für das Gehirn bezeichnen. Der Begriff Tonikum leitet sich sich vom griechischen Wort tonos - Spannkraft - ab. Damit wird auf die stärkende und mild stimulierende Eigenschaften dieser Arznei und ihrer Eigenschaften, die Spannkraft zu erhalten, hingewiesen. Chinesische Ärzte und russischen Forscher vewenden Tonika schon immer als Heilmittel zur Stärkung und Harmonisierung der verschiedenen Organsysteme oder zur Steigerung psychischer und geistiger Kräfte. Der daraus entstehende Neurotonus, die ver- besserte Nervenkraft, kann die geistige Energie fördern und den Widerstand gegenÜber mentalen Belastungen steigern. Die Hirn- tonika beeinflußen aber auch die Körperenergie und damit die Selbst-Heilung. Es sind keine "Allheilmittel" aber sie stellen Cofaktoren dar, die zu einer besseren Gehirngesundheit fÜhren. Kurz gesagt: Die Mischung macht es, was dabei rauskommt!

Durch die neuronal geeigneten Cofaktoren aus Bewegung, Ernährung und den entsprechenden Lernimpulsen (wie Musikhören und Lesen) sind wir auf dem besten Weg ein "optimiertes Gehirn " weil belastbareres Nervensystem, zu erreichen. Diese gezielte Gehirn- aktivierung ist im gegenwärtigen Informationszeitalter wichtig, denn sie bedeutet: "neuronale Kompetenz" was Flexibilität des Nervensystems und Ganzheitlichkeit im Denken umfaßt. Und dies läßt sich eben erreichen, wie Jean-Marie Bourre, der bekannten Neurowissenschaftler, beschreibt: "Das Gehirn muß genau wie jeder Muskel in Gang gehalten werden - genauso wie ein Muskel muß es ernährt werden".


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